Montag, 16. Juli 2012

Bautzen II


Diesen Samstag verbrachte ich mit meiner Familie in Bautzen. Es war der letzte Tag gemeinsam mit meiner Schwester für ein ganzes Jahr...

Nachdem wir einen schönen Tag in Bautzen verbracht hatten besuchten wir noch Bautzen II,  die Gedenkstätte Bautzen, ein ehemaliges (unter anderen) Stasi-Gefängnis:

Bautzen II wurde 1906 als Bautzener Gerichtsgefängnis in Betrieb genommen.
Damals wurde es für Untersuchungshaften und kurze Haftstrafen genutzt, war jedoch immer zu groß.
1933- 1945 wurde es zum "Gefängnis für Justiz- und Schutzhäftlinge". Auch in dieser Zeit wurde es als Abteilung für Untersuchungshaft verwendet, zumindest offiziell. Tatsächlich waren auch politische Gefangene dort stationiert, wobei es sogar zu Misshandlungen der Gefangenen kam.

1945-49 wurde es zum Sowjetischen Untersuchungsgefängnis. Die sowjetische Geheimpolizei nutze das Gefängnis für politische Gefangene. Die Zellen waren überfüllt, die Hygiene sehr schlecht und es wurde sogar gefoltert.
1949 wurde das Gefängnis der sächsischen Justiz übergeben und es wurde Justizvollzuganstalt.1951 wurde es dann an das Innenministerium der DDR übergeben.
1956-1989 war "Sonderhaftanstalt der Saatssicherheit". Politische Kritiker, Flüchtlinge in den Westen und Westgefangene wurden hier festgehalten.
Es kam vor, dass Menschen zwei Mal in diesem Gefängnis saßen. Einmal, als es sich noch in NS-Händen befand, weil sie Kommunisten seien. Und das zweite Mal in Stasi-Händen, weil sie zu kritisch seien...1989 jedoch wurden alle politischen Gefangenen frei gelassen. Bis 1992 war es noch Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Bautzen und wurde dann 1992 endgültig geschlossen.
Heute ist es Gedenkstätte.




Die Gedenkstätte ist sehr interessant. Alles kann besichtigt werden. Es ist beeindruckend und gleichzeitig beängstigend, wenn man bedenkt, welche schlimme Zeit hier einige Menschen teilweise unschuldig verbrachten.

Quelle: www.stsg.de



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